Recht am Bild von Personen

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit nutzen viele Vereine Fotos rund um ihre Arbeit.

Eine Besonderheit besteht bei der Nutzung von Fotos, auf denen Personen zu erkennen sind. Hier kommen neben den Rechten des Urhebers und des Nutzungsrechtsinhabers auch noch die Rechte des Abgebildeten ins Spiel. In § 22 des Gesetzes betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Fotografie (KunstUrhG) heißt es: „Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden“.

Im Grundsatz bedeutet diese Regelung, dass jegliche über rein private (interne) Nutzung hinausgehende Verwendung eines Fotos, auf dem mindestens eine Person abgebildet ist, der Einwilligung aller abgebildeten Personen bedarf. Wichtig ist, dass es sich um die Verbreitung von Personenfotos handelt. Das betrifft Druckwerke jeder Art, die Verbreitung per E-Mail (etwa als Anhang) oder in sozialen Netzwerken oder auch der Aushang am Schwarzen Brett.

Für die Einwilligung des Abgebildeten gibt es keine vorgeschriebene Form. Sie kann folglich auch mündlich oder durch schlüssiges Verhalten erklärt werden. Rufen Sie etwa zu einem Foto für die Presse zusammen, so können Sie davon ausgehen, dass alle, die sich dazustellen, mit der Veröffentlichung in der Presse einverstanden sind. Auch wenn eine abgebildete Person Geld für ein Foto bekommt, wird ihre Einwilligung vermutet.

Das Gesetz nennt in § 23 KunstUrhG (siehe Anhang) vier Ausnahmen von der Notwendigkeit einer Einwilligung der abgebildeten Person. In diesen Fällen ist keine Einwilligung nötig, wenn man das Bild einer Person veröffentlicht:

  1. Bilder von Personen, die schlichtes Beiwerk einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit darstellen.
  2. Bilder von Personen im Bereich der Kunst.
  3. Bilder von Personen der Zeitgeschichte kann man ebenfalls ohne Einwilligung verwenden. Damit sind nicht nur Personen gemeint, die aus „Funk und Fernsehen“ bekannt sind. Auch die Bürgermeisterin, der Vereinsvorsitzende oder jemand, der auf einer Veranstaltung etwas darbietet, sind (soweit sie in dieser Funktion auftreten) Personen der Zeitgeschichte.
  4. Die letzte Ausnahme, nach der man für die Veröffentlichung eines Fotos regelmäßig keine Einwilligung benötigt, ist die wichtigste für die Öffentlichkeitsarbeit im Verein.

Sie betrifft „Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben“. Diese Ausnahme wird jedoch auch am häufigsten falsch verstanden. Man hört und liest immer wieder, dass wenn auf einem Foto mehr als drei, fünf oder sieben Personen abgebildet seien, eine Veröffentlichung (auch ohne Einwilligung) erlaubt sei. Das ist jedoch falsch! Grundsätzlich ist die Veröffentlichung oder Zurschaustellung von Fotos mit Personen nur mit deren Einwilligung zulässig. Davon gibt es die dargestellten Ausnahmen. Aber auch diese Ausnahmen sind nicht grenzenlos. Durch die Veröffentlichung ohne Einwilligung darf kein berechtigtes Interesse des Abgebildeten verletzt werden (so § 23 Abs. 2 KunstUrhG). Beim "Naseputzen" oder „Ordnen“ der Kleidung fotografiert zu werden, ist sicherlich nicht vorteilhaft für den Betroffenen. Sein berechtigtes Interesse, nicht abgebildet zu werden, ist daher nachvollziehbar. Will also jemand mit Bezug auf seine berechtigten Interessen die Veröffentlichung eines Fotos verhindern, dann sollten Sie nicht lange suchen, ob es nicht doch ein Recht gibt, das die Veröffentlichung erlaubt. In solchen Fällen sollten Sie auf die weitere Veröffentlichung verzichten.

Personen, die Sie in Zusammenhang mit einem Bild namentlich benennen, zum Beispiel in einer Bildunterschrift, sind Ihnen ja bekannt. In diesen Fällen können Sie auch leicht die Einwilligung einholen. Bei Fotos von Kindern sollte eine besondere Zurückhaltung an den Tag gelegt werden. Sofern eine Einwilligung erforderlich ist, wird die eines Erziehungsberechtigten, in der Regel ein Elternteil, benötigt.

Nach dem Gesetz hat das Recht am eigenen Bild den Vorrang. Deshalb sollten Sie bei Zweifeln über die Berechtigung besser von einer Nutzung absehen.

Teile dieser Texte liegt eine von der Verbraucherzentrale NRW e. V. genehmigte Bearbeitung von Texten aus dem Ratgeber „Vereinsrecht und Ehrenamt“, 1. Auflage 2014, © Verbraucherzentrale NRW e.V., Düsseldorf , www.verbraucherzentrale.nrw zugrunde.